• Lukas Litschauer

Was macht eigentlich ein Financial Modeler und wie hilft mir das konkret für mein Projekt?

Financial Modeling ist, stark verkürzt, die quantitative Entscheidungsgrundlage für unternehmerische Entscheidungen. Dabei kann es um Investitionen, Finanzierungen oder auch strategische Überlegungen gehen (Markteintritt, Expansion, Neuausrichtung des Geschäftsmodells, etc.). State-of-the-art Financial Modeling kann auf drei Ebenen Ihre Entscheidungsfindung signifikant verbessern.



Was ist Financial Modeling überhaupt?


Financial Modeling ist im Grunde die zahlenmäßige Darstellung eines Unternehmens, einer Business Unit oder eines konkreten Projekts, in aller Regel vollintegriert und auf MS-Excel-Basis. Das heißt, alle für die Entscheidungsfindung relevanten Inputs und Annahmen werden am Ende in Financial Statements (G&V, Bilanz und Cashflow) zusammengefasst. Es bildet also eine Entscheidung und deren mögliche Auswirkungen in der Zukunft ab, um die Entscheidungsfindung zu erleichtern.


Insights generieren


Natürlich wird dabei nicht nur ein statischer Fall analysiert, sondern insbesondere auf die finanziellen Risiken eingegangen. Das umfasst in der Regel Sensitivitäts- und Szenarioanalysen, kann aber je nach Komplexität des Projekts bis zu Simulationen reichen. Der genaue Umfang richtet sich immer nach dem Modellzweck und den speziellen Gegebenheiten des Projekts. Das bedeutet demnach auch, dass Financial Modeling nicht aus Vorlagen oder Templates besteht und immer auf den individuellen Mehrwert ausgerichtet ist. Spannend ist dabei aber keineswegs nur das eigentliche Ergebnis, sondern oft auch schon der Weg dahin. Für die Erstellung des Financial Models wird Ihr Projekt oder Geschäftsmodell in der Tiefe dargestellt und durchleuchtet. Wirkungszusammenhänge werden oft hier erst richtig sichtbar, Risiken können nicht nur identifiziert, sondern auch bewertet werden. Financial Modeling wird Ihnen also in jedem Fall neue Aspekte aufzeigen und sowohl Potential als auch Schwachstellen aufdecken.


Warum werden solche Modelle noch in Excel erstellt, ist das nicht überholt? Nein, konkret aus zwei Gründen: Erstens, jedes Projekt ist anders, jeder Auftraggeber hat andere Anforderungen und der Mehrwert besteht eben im Eingehen auf die individuelle Entscheidung. Zweitens ist Excel de facto überall akzeptiert und verarbeitbar. Banken, Investoren, Förderstellen – alle arbeiten mit MS-Excel, weil nicht nur Ergebnisse, sondern auch Rechenwege nachvollzogen werden können.


Der Vorteil der Individualisierung gilt aber nicht nur für das reine Projektgeschäft. Auch im daily business kann Financial Modeling mit individuellen Business Intelligence Tools einen wichtigen Beitrag leisten, selbst wenn Systeme wie PowerBI, SalesForce oder Hubspot im Einsatz sind. Natürlich können diese Softwarepakete auf Knopfdruck Auswertungen erstellen und liefern übersichtliche Berichte, aber welche Kennzahlen wollen Sie denn beobachten und warum? Und eignet sich die aktuelle Datenqualität überhaupt dafür? Auch für derartige Projekte empfehle ich in jedem Fall eine tiefgreifende Datenanalyse mit Excel, bevor die passenden Berichte dann im jeweiligen System aufgebaut werden.


Günstiger Finanzieren


Alles schön und gut, aber wie soll ein Excelmodell die Finanzierung beeinflussen? Wie gesagt, Financial Modeling umfasst weitaus mehr, als mit Excel umgehen zu können. Gerade im Projektgeschäft liefert ein maßgeschneidertes Finanzmodell die Grundlage, um die ideale Finanzierung für Ihr Projekt zu finden. Das lässt sich nicht immer nur über den Zinssatz oder einmalige Gebühren festmachen. Die Flexibilität, die Struktur der Finanzierung am Projekt auszurichten, kann beispielsweise viel hilfreicher sein. So lassen sich Tilgungsprofile an den Cashflow des Projekts anpassen, die Finanzierung wird effizienter. Gleichzeitig können einmalige Ausgabenspitzen (bspw. Instandhaltungen) durch gezieltes Ansparen über einen längeren Zeitraum geglättet werden.


An diesem kurzen Beispiel können Sie erahnen, wie viele Stellschrauben hier auf einmal bespielt werden können. Durch derartige Effizienzsteigerungen kann der Finanzierungsbedarf insgesamt reduziert und das Tilgungsprofil ideal strukturiert werden – beides senkt die Gesamtbelastung der Finanzierung signifikant. Aber hier ohne Finanzmodell zu optimieren ist schlichtweg unmöglich. Als Financial Modeler mit knapp 10 Jahren Erfahrung kann ich Ihnen nicht nur bei der Strukturierung, sondern auch bei der Verhandlung mit Finanzierungsgebern behilflich sein. In vielen meiner Projekte war das so generierte Optimierungspotential deutlich höher als die Beratungskosten.


Smarter Investieren


Was für Finanzierungsentscheidungen gilt, kann natürlich auch auf Ihre Investitionsentscheidungen umgelegt werden. Egal ob neue Anlagen, neue Standorte oder ganze Unternehmen – Financial Modeling ist der Schlüssel zum Erfolg. Investments sind in der Regel nicht standardisiert abbildbar. Wenn Sie sämtliche Auswirkungen wirklich in der Tiefe analysieren wollen, bis hin zu Synergieeffekten oder auch der Investorensicht, sind Vorlagen schlicht nicht hilfreich. Insbesondere natürlich, wenn es um relevante Projektvolumina geht. Auch hier geht es um Wirkungszusammenhänge und insbesondere finanzielle Risiken. Sind diese erst identifiziert, können Sie sich entsprechend vertraglich oder operativ absichern. Gleichzeitig wissen Sie schon während des Projekts, auf welche Indikatoren Sie besonders achten müssen um eventuell gegensteuern zu können.


Zusätzlich wird in letzter Zeit ein Aspekt immer relevanter: Sie können Entscheidungen nachvollziehbar herleiten und die Auswirkungen punktgenau vermitteln. Das ist insbesondere von Vorteil, wenn Sie Aufsichtsrat, Mitgesellschafter oder öffentliche Kontrollinstitutionen in die Entscheidung einbeziehen müssen. Denn auch hier werden Anforderungen an die Entscheidungsfindung immer höher, gerade im quantitativen Bereich. Entscheidungen aus Erfahrung oder Intuition heraus werden zurecht kritisch hinterfragt.


Zusammengefasst kann Ihnen Financial Modeling in Ihrer Entscheidungsfindung einen wichtigen Vorsprung generieren. Mehr Wissen ermöglicht bessere Entscheidungen – so realisieren Sie Ihr Projekt in der Regel günstiger und mit weniger Unsicherheiten. Und wenn Sie jede Frage zu den finanziellen Aspekten Ihres Vorhabens beantworten können, verlaufen Verhandlungen mit Kapitalgebern auch reibungsloser. Financial Modeling ist eben deutlich mehr als Excel-Knowhow, Excel ist nur mein Werkzeug.


Sprechen wir darüber, wie ich Ihr Projekt unterstützen kann:


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Für mehr Informationen besuchen Sie www.foremind.at und finden Sie mich auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/lukas-litschauer/


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