• Lukas Litschauer

Volkswagen vs Volkswagen - Golf vs e-Golf: Wer liegt für Unternehmer wirtschaftlich vorne?

Im letzten Blogeintrag ging es allgemein um die Wirtschaftlichkeit von e-Mobility für Unternehmer. Heute folgt ein erstes konkretes Beispiel. In Sachen Umweltauswirkungen gewinnt natürlich die vollelektrische Variante, aber lohnt sich das auch wirtschaftlich? Ideologie aus, Excel an.

Gerade der Golf von Volksagen bietet sich für diesen Vergleichstest an. Wer hier zugreift sucht nicht das Maximum an Fahrverhalten und Emotion, sondern solide Technik, neutrales aber modernes Image und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Und weil foremind Unternehmensberatung ist und nicht Autotester, liegt der Fokus hier ohnehin auf der betriebswirtschaftlichen Analyse.


Zuerst wird also der Vergleichs-Golf gewählt. Für einen fairen Preisvergleich wählen wir den Golf 7, weil das die Basis für den e-Golf ist, auch wenn der Verbrenner bereits in der 8. Generation verfügbar wäre. Als ähnlichste Motorisierung fungiert der 1.5 TSI mit 110 kW (e-Golf 100 kW), wobei für die Ausstattungsbereinigung beim Benziner noch Automatikgetriebe und Premiumpaket (Navigationssystem und LED-Scheinwerfer) hineinkonfiguriert werden. Das schraubt den Bruttolistenpreis des Verbrenners auf EUR 33.317,50 (inkl. Nova und USt). Immerhin liegt dieser Preis vorerst aber noch recht deutlich unter dem des e-Golf mit EUR 39.990.


Die Vorteile von e-Mobility


Der bedeutendste Vorteil von e-Mobility für Unternehmer wird gleich bei der Anschaffung schlagend. Bei einem Kaufpreis von unter EUR 40.000 besteht voller Vorsteuerabzug, bspw. in Niederösterreich kommt zusätzlich eine mögliche Förderung von EUR 3.000 dazu. Das reduziert den Netto-Kaufpreis des e-Golf direkt auf EUR 30.325,--. Beim Verbrenner bleibt es dagegen steuerlich beim Bruttolistenpreis. Der Vorsteuerabzug ist in der Folge auch bei Wartungs- und Ladekosten möglich (Vorsicht auf eigenen Zähler der Ladestation).

Soweit die steuerlichen bzw. gesetzlichen Vorteile, jetzt geht es bei e-Mobility aber erst richtig los, denn die wesentlichen Kostenvorteile entstehen im täglichen Betrieb des Fahrzeugs. Die fehlende motorbezogene Versicherungssteuer drückt die jährliche Vollkaskoprämie von ca. EUR 2.000 auf rd. EUR 1.700 (Stufe 9, Vollkasko, Vergleich mit www.durchblicker.at). Die Wartungskosten sinken aufgrund deutlich weniger Verschleißteile und wegfallenden Ölwechseln um ca. 60%.


Für die Treibstoff bzw. Ladekosten wurden folgende Annahmen getroffen. Benzinpreis von EUR 1,18/l, natürlich ebenso ohne Vorsteuerabzug. Die Ladekosten wurden dagegen mit EUR 0,17/kWh (eigene Wallbox) bzw. EUR 0,45/kWh (öffentliche Ladestationen) festgelegt. Für die Vergleichsrechnung wurde angenommen, dass 80% der benötigten Energie an der eigenen Wallbox geladen werden. Um das auch fair zu berücksichtigen, wurden EUR 2.600 an Installations- und Anschaffungskosten für die Wallbox aufgenommen und nur der elektrischen Variante zugerechnet. Förderung wurde dafür keine berücksichtigt, da diese (auch wenn betrieblich genutzt) nur bei öffentlich zugänglichen Ladesäulen vorgesehen ist.



Das macht bei angenommenen 20.000 km Jahreslaufleistung EUR 1.463,-- für Treibstoff bzw. EUR 696,-- für Strom. Dieses Ergebnis gilt jeweils für die offiziellen WLTP-Herstellerangaben. Wer jetzt denkt, dass Realverbräuche das Ergebnis ändern würden, der täuscht sich gewaltig. Die gleiche Rechnung mit Verbrauchsangaben über www.spritmonitor.de (33 idente e-Golf bzw. 42 idente Verbrenner) erhöht den Vorteil des Elektrofahrzeugs auf fast EUR 1.000.


Die Gesamtkosten


Bei der angenommenen Laufleistung betragen die Gesamtkosten über 4 Jahre (Anschaffung, Treibstoff, Service und Versicherung) für den Benziner rd. EUR 48.770,--, für den e-Golf rd. EUR 38.010,--. Hier sind aber wie bereits erwähnt die Installationskosten für Wallbox inkl. Anschluss enthalten, die sich bei sehr geringen Wartungskosten natürlich auch beim nächsten Elektrofahrzeug problemlos einsetzen lässt. Im konkreten Vergleichstest würde sich die Elektrovariante im Vergleich zum Verbrenner bereits bei einer Behaltedauer von nur 2 Jahren wirtschaftlich lohnen. Selbstverständlich wird der finanzielle Vorteil immer größer, je länger der Vergleichszeitraum wird.



Fazit:


Das konkrete Beispiel zeigt deutlich, dass sich e-Mobility für Unternehmer auch wirtschaftlich lohnen kann. Insbesondere steuerliche Vorteile, Förderaktionen und die wesentlich geringeren Wartungs- und Betriebskosten machen den Unterschied. Da lohnt sich auch die Investition in eigene Ladeinfrastruktur, sofern am Wohnsitz oder Firmenparkplatz die Möglichkeit dazu besteht.


Auch klar ist aber, dass dieses Ergebnis nicht auf beliebige Fahrzeugklassen umgelegt werden kann. Insbesondere Anschaffungskosten (weit) über der Angemessenheitsgrenze von EUR 40.000 können die Rechnung erheblich verändern und damit den break-even verschieben oder unmöglich machen.


Haben Sie schon über e-Mobility in Ihrem Fuhrpark nachgedacht? Foremind liefert Finanzmodelle für Investitionsentscheidungen, natürlich auch für die in eine grünere Zukunft. Sie erhalten ein maßgeschneidertes Modell, dass sämtliche Kosten von der Anschaffung bis zum laufenden Betrieb, aber auch notwendige Installationen darstellt – unabhängig von Ihrem Energieversorger oder Fahrzeuganbieter.


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