• Lukas Litschauer

Kann sich e-Mobility für Unternehmer wirtschaftlich lohnen?

Die Klimadebatte im Allgemeinen und das aktuelle Regierungsprogramm im Speziellen sorgen für immer mehr Interesse an e-Mobility. Aber kann sich das abseits von Umweltauswirkungen für Unternehmer auch wirtschaftlich lohnen? Immerhin ist der Nachhaltigkeitsgedanke mitten in der Gesellschaft angekommen, aber am Ende des Tages müssen Investitionen sorgfältig geplant sein und dürfen den Geschäftserfolg nicht gefährden.





Foremind hat dazu den (selbst entwickelten) Rechner angeworfen, um genau diese Frage zu klären. Kann sich e-Mobility wirtschaftlich rechnen, und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Und wo liegen die wahren Kostentreiber fernab von Ideologie und Marketinggags.


Steuervorteile


Elektrofahrzeuge werden bereits seit einiger Zeit steuerlich bevorzugt. Es fällt keine motobezogene Versicherungssteuer und NoVa an und Unternehmer können den Vorsteuerabzug geltend machen. Zusätzlich kommen auch Unternehmer in Genuss von Förderungen für Fahrzeug und ggf. Infrastruktur. Werden Elektrofahrzeuge als Dienstwagen zur Verfügung gestellt, gibt es außerdem keinen Sachbezug für die Privatnutzung, worüber sich Ihre Mitarbeiter freuen. Doch Vorsicht bei der Vorsteuer: die Angemessenheitsgrenze von EUR 40.000 besteht auch bei Elektrofahrzeugen, ab EUR 80.000 fällt der Vorsteuerabzug sogar komplett weg.

Für die weitere Vergleichsrechnung müssen zwei häufige Gedankenfehler im Hinblick auf Elektrofahrzeuge ausgeräumt werden, die immer wieder zu Kritik führen:


Ähnliche Fahrzeuge vergleichen


Unternehmer kommen häufig zu dem Schluss, dass Elektrofahrzeuge (noch) viel zu teuer sind. Fragt man dann aber im Detail nach, werden die verbreiteten mausgrauen Kombis mit Businesspaket und 115-150 PS einem Direktvergleich mit dem Tesla Model S unterzogen. Kann man machen, aber der Vergleich hinkt natürlich, denn weder Ausstattung noch Fahrleistungen kommen annähernd in Tesla-Regionen. Ein „fairer“ Vergleich folgt hier übrigens in einem der nächsten Blogeinträge.

Vergleicht man allerdings ähnliche Motorleistung und Ausstattung, wird das Rennen zumindest schon sehr knapp. Denn gerade mit Vorsteuerabzug und Förderung verliert der Bruttolistenpreis schnell den Schrecken. Dazu kommen 35-50% geringere Wartungskosten durch weniger Verschleißteile und wegfallende Ölwechsel. Bleiben noch die laufenden Energie- bzw. Ladekosten, und hier lauert der zweite Denkfehler:


Schnellladen sollte die Ausnahme sein


Elektrisch zu fahren ist auch bei den reinen Ladekosten nicht zwingend günstiger als konventionelle Verbrenner. Der Grundgedanke ist, dass Elektrofahrzeuge im täglichen Betrieb länger und langsam geladen werden sollten. Für viele EPUs und Selbständige ist das vielleicht zu Hause, für größere Unternehmen eher am Firmenparkplatz, je nachdem wo das Fahrzeug regelmäßig 4-5 Stunden steht. Dabei kommen Wallboxen oder Ladesäulen bis 11kW AC zum Einsatz, die vergleichsweise günstig installiert und betrieben werden können. Das ist nicht nur für Unternehmen günstiger, auch Netzbetreiber können mit diesen Anforderungen deutlich leichter umgehen. Wer über eigene Schnelllader nachdenkt, sollte einfach den Netzbetreiber nach Anschluss- und Netzzugangsgebühren dafür fragen. Das ist im Regelfall nicht mehr wirtschaftlich. Schnellladestationen sollten nur bei Bedarf verwendet werden, wenn längere Fahrten unternommen werden. Dafür werden dann am günstigsten auch öffentliche Stationen verwendet. Ist die eigene Wallbox mit Zähler ausgestattet, kann auch hier die Vorsteuer geltend gemacht werden.


Fazit:


Elektromobilität kann sich für Unternehmer rechnen, wenn ähnliche Fahrzeuge verglichen werden. Wirtschaftliche Ladeinfrastruktur bis 11kW AC rechnet sich spätestens beim zweiten Fahrzeug und bringt die Ladekosten auf rd. 60% im Vergleich zu Treibstoffkosten eines vergleichbaren Verbrenners. Die anfänglich höheren Anschaffungskosten werden dadurch und vor allem durch günstigere Wartungskosten ausgeglichen. Die Rechnung ist allerdings knapp und muss immer im Einzelfall für konkrete Fahrzeuge vorgenommen werden. Die genauen Fahrzeugdaten und der voraussichtliche Mix an öffentlichem und betriebseigenem Laden machen den Unterschied aus. Wer vollständig auf öffentliche Infrastruktur angewiesen ist, wird nur schwer Kostenvorteile erzielen können.


Auch interessant: Wer auf Plug-in Hybrid setzt, fällt um Förderungen und Steuervorteile um und hat weiterhin Wartungskosten für den Verbrennungsmotor. Für die vergleichsweise kleinen Batterien lohnt sich auch die Investition in eigene Infrastruktur nicht.


Bleibt die Frage, ob bei annähernd gleichen Gesamtkosten nicht längst ein Umstieg sinnvoll wäre. Der Umwelt zuliebe, aber auch weil CO² früher oder später einen Preis bekommen wird.


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Beispiele mit Vergleichsrechnungen folgen auch hier im Blog, also am besten foremind liken/folgen und nichts verpassen!

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