• Lukas Litschauer

How to get lost in financial modelling

5 klassische Fehler bei der Erstellung von Financial Models


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5 klassische Don'ts

Die Erstellung eines Financial Models läuft in der Regel über ein Tabellenkalkulationsprogramm, state-of-the-art ist dabei immer noch MS Excel. Warum das so ist, wird Inhalt einer der nächsten Blogeinträge sein. Die wesentlichste Stärke vorweg: kein vorgefertigtes Tool oder App bietet auch nur annähernd den Level an Flexibilität und Individualisierung. Die größte Stärke ist dabei aber gleichzeitig die gefährlichste Fehlerquelle, denn weder Struktur noch Funktion des Financial Models sind vorgegeben oder standardisiert. Hier hilft nur eines: Erfahrung, Erfahrung und noch mehr Erfahrung in der Konzeptionierung und Erstellung von Financial Models. Genau das bietet foremind!

Wer es lieber selbst in die Hand nimmt, bekommt hier die fünf klassischen don‘ts aus meiner Erfahrung mit Finanzmodellen der „Marke Eigenbau“. Wer sich hier wiederfindet sollte das eigene Modell nochmals gründlich unter die Lupe nehmen oder vielleicht doch auf www.foremind.at vorbeischauen. Und los geht’s:


Harte Inputs und Hidden Assumptions

Die absoluten Klassiker, die gerne ganze Modelle ad absurdum führen und für andere Benutzer nur schwer auszumachen sind. Zu Beginn der Modellerstellung bemüht man sich noch um eine saubere Umsetzung, aber irgendwann gehen dann Zeit, Knowhow oder beides gleichzeitig aus. Dann werden schnell direkt Zahlen im Formeleditor eingetragen, schließlich braucht man heute noch Ergebnisse. Timing ist auch mühsam zu modellieren, also einfach 0 in die Zellen gehämmert wo die Formel nicht mehr rechnen soll. Funktioniert vorerst perfekt, aber nur solange sich die Annahmen nicht ändern. Passiert das dann doch, weiß maximal noch eine Person was zu ändern ist. Hat die nicht letztes Jahr den Job gewechselt?


Formatierung / Struktur

Excel bietet eine unglaubliche Freiheit beim Aufbau des Financial Models, hier wird gerne der Grundsatz „if you can think it, you can model it“ genannt. Das heißt aber auch, dass Struktur und Aufbau vom Ersteller abhängen und der Grundstein für Qualität und Nutzerfreundlichkeit sind. Profis beginnen daher in der Regel auf einem Blatt Papier, bevor es an die Erstellung geht. Wer diesen Schritt überspringt, bekommt die Auswirkungen erst ganz zum Schluss zu spüren. Am Ende ist es für Nutzer kaum mehr ersichtlich, wo Eingaben gemacht werden dürfen bzw. müssen, wo die wesentlichen Ergebnisse zu finden sind und wozu dieses Modell eigentlich dienen soll.


Keine Checks

Professionelle Modelle verfügen über integrierte Checks und Fehleranalysen. Obwohl relativ leicht umzusetzen, sucht man sie in vielen Modellen vergeblich. Gerade als Ersteller des Modells tut man sich mit derartigen Checks aber oft selbst einen Gefallen, weil man nach teils wochenlanger Arbeit gern über offensichtliche Fehler stolpert. Während man also selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, erkennen dann Nutzer auf den ersten Blick, wenn Aktiva und Passiva in der Bilanz nicht summengleich sind oder Cashbestände negativ werden.


Keine konsistente Zeitachse

Am Beginn steht neben der Struktur eine weitere wesentliche Entscheidung an. In welcher Frequenz soll das Modell aufgebaut werden? Eine allgemein gültige Antwort auf diese Frage kann es natürlich nicht geben, denn das hängt immer vom jeweiligen Projekt, der Planungstiefe und der verfügbaren Datenlage ab. Das Chaos beginnt aber, wenn die Zeitachse nicht einheitlich durch das Modell gezogen wird. Im besten Fall sind dann Umsätze monatlich, die Finanzierung quartalsweise und die Investitionen jährlich aufgebaut. Derartige Planungen in einheitliche Ergebnisse zu überführen ist nicht unmöglich, aber mit Fehlerquellen behaftet, die hätten vermieden werden können.


Zwei Modelle für ein Projekt

Zuletzt mein persönlicher Favorit, der mir in der Praxis schon öfter begegnet ist. Nach der Erstellung des Finanzmodells geht es an die Eingabe und Überprüfung der Eingabeparameter. Dabei stellt sich oft die Herausforderung, dass mehrere Varianten oder Szenarien gegenübergestellt werden sollen. Weil das Modell das nicht darstellen kann, werden jetzt einfach zwei separate Modelle aufgebaut, mit unterschiedlichen Inputs. Soweit so gut, Financial Models sind in der Regel aber lebendige Tools. Werden jetzt zB zwei Umsatzentwicklungen in zwei Modellen gegenübergestellt, kann nur mehr sehr aufwändig festgestellt werden, ob alle anderen Eingaben wirklich ident sind. Wird in weiterer Folge das Modell adaptiert oder werden Fehler korrigiert, ist das immer in zwei Modellen vorzunehmen. In der Praxis ist das äußerst fehleranfällig und häufig ein Grund für einen Reset des gesamten Modells.


Wer das financial modelling also selbst übernehmen möchte, kann jetzt zumindest diese fünf häufigen Stolpersteine überspringen. Wer aber doch lieber auf externe Erfahrung zurückgreifen möchte, findet alle Kontaktmöglichkeiten auf www.foremind.at.

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