• Lukas Litschauer

Corona Härtefallfonds – Phase 2

Ab 20. April kann online der Antrag auf Zahlungen aus dem Härtefallfonds der Phase 2 gestellt werden. Entgegen der ursprünglichen Ankündigung ist eine Einreichung der Phase 1 nicht mehr bis Ende des Jahres, sondern nur noch bis 17. April möglich.


Mit der Phase 2 wurden zahlreiche Auszahlungsvoraussetzungen entschärft bzw. zurückgenommen. Auch Nebenverdiener können jetzt beispielsweise einreichen, Nebenverdienste werden aber gegengerechnet. Mehrfachversicherte sind nun ebenfalls nicht mehr ausgeschlossen und auch die Einkommensgrenzen (sowohl nach unten als auch nach oben) gelten nicht mehr.


Was bekomme ich jetzt konkret?


Die maximale Auszahlung aus der Phase 2 des Härtefallfonds beträgt EUR 2.000 pro Monat für maximal drei Monate. Bereits erhaltene Zahlungen aus der Phase 1 werden „ehestmöglich“ angerechnet. Es ist also davon auszugehen, dass diese Abrechnung bereits im ersten Monat der Phase 2 erfolgen wird. Für Junggründer (Gründung nach 1.1.2020) gelten die folgenden Berechnungsweisen nicht, sie erhalten pauschal EUR 500 pro Monat, müssen aber dennoch den Verdienstentgang plausibel nachweisen.


Berechnungsweise


Ersetzt wird der Nettoeinkommensentgang, also nicht der Umatzentgang im jeweiligen Betrachtungszeitraum. Heißt konkret: Der Nettoumsatz von 16.3. – 15.4. des zuletzt verfügbaren Steuerbescheids (2015-2019) wird mit der durchschnittlichen Umsatzrentabilität multipliziert. Die Umsatzrentabilität errechnet sich aus dem Verhältnis zwischen den Einkünften nach Steuern und dem Umsatz und wird automatisiert berechnet. Vom dadurch erhaltenen Nettoeinkommen werden 80% durch den Härtefallfonds gedeckt, maximal aber EUR 2.000. Sind Sie noch dabei? Ja, unbürokratisch geht anders, aber so sieht die Berechnung (zB für 2019) konkret aus:



Z…Zahlung aus dem Härtefallfonds

NU19…Nettoumsatz von 16.3. bis 15.4.2019

UR19…Umsatzrentabilität für das Gesamtjahr 2019

NU20…Nettoumsatz von 16.3. bis 15.4.2020


Für die Umsatzrentabilität (UR):


UR19…Umsatzrentabilität für 2019 GE19…Gesamterlöse (Nettoumsatz) für das Gesamtjahr 2019 NE19…Nettoeinkommen (Einkünfte nach Steuern) für das Gesamtjahr 2019


Berechnungsbeispiele


In der folgenden Tabelle sind zur Orientierung einige Rechenbeispiele angeführt. In den Spalten sind verschiedene Werte für den Nettoumsatz im Vergleichszeitraum angegeben, in den Zeilen die jeweilige Umsatzrentabilität.




Davon abgerechnet werden wie erwähnt Nebenverdienste und bereits erhaltene Zahlungen aus der Phase 1. Zusätzlich gilt die Tabelle nur für vollständigen Umsatzausfall im Vergleichszeitraum 2020. Umsätze in diesem Monat reduzieren die Leistungen aus dem Härtefallfonds weiter.


Härtefallfonds und andere Coronahilfen


Wie in der Berechnung ersichtlich, werden weiterlaufende Betriebskosten durch die Berechnung über die Umsatzrentabilität nicht berücksichtigt. Wer also die Betriebskosten auch abdecken muss, wird mit der Unterstützung aus dem Härtefallfonds in aller Regel nicht das Auslangen finden. Das Corona-Kurzarbeitsmodell kann (und soll) natürlich auch gleichzeitig genutzt werden, sofern möglich. Für weiteren Liquiditätsbedarf steht auch Hilfe aus dem Corona-Hilfsfonds zur Verfügung. Diese Kombination ist ebenfalls möglich, Auszahlungen aus dem Härtefallfonds werden aber bei der Feststellung des Zuschusses aus dem Corona-Hilfsfonds ebenfalls angerechnet.


Wie komme ich zur Auszahlung?


Abgewickelt wird auch die Phase 2 des Härtefallfonds von der WKO, der Online-Antrag ist ab 20.4. möglich. Nach aktueller Informationslage ist die Einreichung bis Ende des Jahres möglich, ein rechtskräftiger Einkommenssteuerbescheid aus dem Zeitraum 2015 -2019 muss vorliegen. Aus diesem Zeitraum ist der jüngste verfügbare Einkommenssteuerbescheid heranzuziehen. Antragsteller müssen nur den Nettoumsatz sowie Nebeneinkünfte für den jeweiligen Zeitraum angeben, die restlichen Werte werden durch eine automatisierte Schnittstelle zu FinanzOnline ermittelt.


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